Nicht jeder Schlüssel passt zu jedem Tankverschluss. Genau daraus ist dieses neue Modell entstanden: aus einer konkreten Kundenanfrage, vielen Probedrucken, etlichen Brüchen und dem Ziel, am Ende einen belastbaren Schlüssel für eine andere, runde Verschlussform zu entwickeln.
Wie alles begann
Ausgangspunkt war eine Anfrage eines Kunden. Er wollte wissen, ob der bereits im Shop angebotene Wassertankschlüssel auch auf seinen Tankverschluss passt. Nach Sichtung der ersten Informationen musste ich das verneinen, weil die vorhandene Form nicht zu seinem Verschluss passte.
Ich habe ihm deshalb angeboten, einen neuen, passenden Schlüssel zu entwickeln – ohne zusätzliche Berechnung der Entwicklungskosten. Er sollte dafür nur den regulären Verkaufspreis zahlen, zu dem ich den Schlüssel später auch in meinen Shop aufnehme. Daraufhin schickte er mir Fotos seines Tankverschlusses mit angelegtem Zollstock.
Die Idee dahinter: Wenn aus einer individuellen Anfrage ein allgemein brauchbares Produkt werden kann, profitieren am Ende auch andere Besitzer von einem Wohnmobil oder Wohnwagen mit derselben Verschlussform davon.
Die Ausgangssituation: Der reale Verschluss mit seiner breiten Mittelrippe. Die Geometrie des Originalfotos ist unverändert.
Maße direkt aus den Kundenfotos ableiten
Die zugesandten Bilder waren dabei besonders hilfreich: Der Kunde hatte einen Zollstock direkt am Verschluss angelegt. So konnte ich die Maße der Mittelrippe und des Verschlusses abschätzen. Diese Angaben dienten als Grundlage für den ersten Prototyp.
Anhand der Kundenfotos ließ sich die Geometrie des Verschlusses zuverlässig abschätzen.
Die Bilder zeigten die Maße des Verschlusses.
So konnte die Breite der Mittelrippe und der benötigte Eingriff des Schlüssels abgeleitet werden.
Auf Grundlage dieser Bilder habe ich einen ersten Prototypen gefertigt und dem Kunden zur Kontrolle geschickt, ob die Abmessungen passen. Anschließend habe ich die Konstruktion noch einmal verbessert und die überarbeitete Version einem Bruchtest unterzogen. Nachdem der Test bestanden war, erhielt der Kunde den fertigen Schlüssel.
90 mm
Durchmesser des Schlüssels für eine möglichst gleichmäßige Kraftübertragung
> 50 Nm
Zielwert für die Bruchlast der Konstruktion
PETG-GF
Materialwechsel für mehr Stabilität und Steifigkeit
1 Kunde
war Auslöser für ein neues Produkt im Shop
Viele Probedrucke – viele Brüche
Ein Teil der fehlgeschlagenen Probedrucke auf dem Weg zur stabilen finalen Ausführung.
Der Weg zum fertigen Produkt war allerdings deutlich aufwendiger als zunächst gedacht. Durch die andere Form des Verschlusses traten Belastungen an anderen Stellen auf als bei der bisherigen Version. Viele Versuchsmodelle zerbrachen deshalb schon frühzeitig.
Bei dieser runden Ausführung war es besonders wichtig, die Kräfte nicht nur an einer schmalen Stelle einzuleiten. Mein Ziel war eine Bruchlast von mehr als 50 Nm. Bis dahin brauchte es zahlreiche Probedrucke und Belastungstests – und leider auch viele gebrochene Teile.
Warum der Schlüssel 90 mm Durchmesser hat
Die Größe des Schlüssels ist kein Zufall. Mit einem Durchmesser von 90 mm lässt sich die Kraft möglichst gleichmäßig auf den Deckel übertragen. Dadurch wird die Mittelrippe nicht unnötig punktuell belastet oder verbogen.
Gerade bei dieser Verschlussform ist das entscheidend: Nicht maximale Hebelwirkung allein ist das Ziel, sondern eine kontrollierte und flächige Kraftübertragung. So wird der Verschluss besser geschont und der Schlüssel greift sicherer.
Der entscheidende Schritt: Wechsel auf PETG-GF
Nach mehreren Versuchen zeigte sich: Eine verbesserte Konstruktion allein genügte noch nicht. Der Wechsel auf PETG-GF – Glasfasergefülltes PETG – brachte zusammen mit den Änderungen an der Form den entscheidenden Fortschritt. Die neue Ausführung bestand schließlich den angestrebten Bruchtest.
Mit der verbesserten Geometrie und dem neuen Material konnte schließlich die gewünschte Stabilität erreicht werden. Der Schlüssel bestand den Bruchtest – und war damit bereit für den Praxiseinsatz.
Die Vorderseite des neuen Schlüssels zeigt die breite Auflage und den formschlüssigen Eingriff für die Mittelrippe.
Auf der Rückseite befindet sich der Werkzeugansatz für eine sichere Kraftübertragung beim Öffnen und Schließen.
Vom Einzelwunsch zum Serienprodukt
Was mit einer einfachen Kundenfrage begann, wurde so zu einer neuen Schlüsselvariante. Der Kunde bekam zunächst einen Prototypen zur Prüfung und nach der Überarbeitung und dem bestandenen Bruchtest den fertigen Schlüssel – ohne zusätzliche Entwicklungskosten. Die neue Variante lässt sich nun auch für andere Wohnmobil- und Wohnwagenbesitzer mit derselben Verschlussform anbieten.
Genau solche Rückmeldungen aus der Praxis sind für die Entwicklung besonders wertvoll. Sie zeigen, wo Standardlösungen nicht passen – und eröffnen oft die Möglichkeit, daraus eine dauerhaft nützliche Lösung zu machen.
Unsicher, ob der Verschluss passt?
Da es verschiedene Verschlussformen gibt, lohnt sich ein genauer Vergleich mit den Produktbildern und den Abmessungen. Wenn du unsicher bist, kannst du uns gerne ein Foto deines Tankverschlusses schicken.
Mehr zur bisherigen Entwicklung des ursprünglichen Modells findest du im ersten Bericht zum Wassertankschlüssel.
Wichtiger Anwendungshinweis:
Die im Test angestrebte Bruchlast von mehr als 50 Nm bezieht sich auf die Festigkeit des Schlüssels. Sie ist ausdrücklich keine Vorgabe für das Anzugs- oder Lösemoment des Tankverschlusses. Den Deckel mit angemessener Kraft von Hand festziehen, nicht mit dem Schlüssel. Dieser ist nur zum lösen gedacht. Sollte der Verschlussdeckel nach dem anziehen nicht dicht sein, muss wahrscheinlich die Dichtung ersetzt und nicht die Anzugskraft erhöht werden.
Bildhinweis: Die Produktaufnahmen wurden digital optimiert. Die Kundenfotos mit Zollstock und das Foto des Tankverschlusses zeigen die ursprüngliche Verschlussgeometrie.
Inhalt & KI-Transparenz: Idee, Entwicklung und fachliche Inhalte stammen von Marc Greitsch. Der Text wurde mit Unterstützung von KI redaktionell aufbereitet und sprachlich optimiert.
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