Warme Füße statt heißer Möbel – warum ich eigene Heizungsdüsen für Wohnwagen und Wohnmobile entwickelt habe
Manchmal sind es die kleinen Dinge, die beim Camping den Unterschied machen. Eine Heizung, die ordentlich funktioniert, ist schon mal gut. Wenn die warme Luft dann auch noch dort ankommt, wo man sie haben möchte, ist es noch besser.
Die Heizung läuft, aber die Wärme kommt nicht dort an, wo sie soll
Wer mit dem Wohnwagen oder Wohnmobil auch in der kühleren Jahreszeit unterwegs ist, kennt das bestimmt. Draußen ist es kalt, die Heizung läuft und im Camper wird es langsam gemütlich. Eigentlich alles prima. Wäre da nicht die Sache mit der Warmluftverteilung. Die Heizungsdüsen sitzen nun mal dort, wo sie vom Fahrzeughersteller vorgesehen wurden. Ob die warme Luft an dieser Stelle wirklich sinnvoll in den Raum strömt, ist eine andere Frage. Mal bläst die Luft direkt gegen ein Möbelstück, mal wird eine Schrankwand unnötig erwärmt. An anderer Stelle würde man sich dagegen über etwas mehr Wärme freuen. Gerade im Fußbereich macht sich das bemerkbar. Denn was nützt eine warme Sitzgruppe, wenn die Füße trotzdem kalt bleiben?
Eine kleine Idee aus meiner Werkstatt
Da ich selbst seit vielen Jahren Camper bin und mich gerne mit praktischen Lösungen beschäftige, habe ich mir Gedanken gemacht, wie sich die Warmluft gezielter verteilen lässt.
Die Idee war eigentlich ganz einfach: Warum nicht eine Düse bauen, die den Luftstrom in eine bestimmte Richtung lenkt?
Also ging es an den Computer, eine erste Zeichnung wurde erstellt und anschließend der 3D-Drucker gestartet. Wie so oft bei selbst entwickelten Teilen ist die erste Version nicht unbedingt die letzte. Man verändert einen Winkel, passt eine Rundung an oder überlegt, wie sich das Bauteil einfacher herstellen lässt. Am Ende sind zwei unterschiedliche Ausführungen entstanden, die sich für verschiedene Einbausituationen eignen
Zwei Formen für unterschiedliche Einbausituationen
Nicht jede Heizungsdüse sitzt an der gleichen Stelle. Deshalb habe ich mich für zwei Bauformen entschieden.
Die 90-Grad-Ausführung
Diese Variante lenkt den Luftstrom seitlich um. Sie ist besonders interessant, wenn die warme Luft nicht geradeaus in den Raum strömen soll, sondern beispielsweise entlang des Fußbodens oder in eine andere Richtung geführt werden soll.
Die 60-Grad-Ausführung
Hier wird der Luftstrom in einem flacheren Winkel umgelenkt. Das kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn die warme Luft schräg nach oben oder in einen bestimmten Bereich des Campers strömen soll.
Welche Ausführung besser geeignet ist, hängt davon ab, wo die vorhandene Heizungsöffnung sitzt und wohin die Wärme geleitet werden soll. Beide Varianten haben das gleiche Ziel: Die vorhandene Warmluft möglichst sinnvoll nutzen, ohne an der eigentlichen Heizung etwas verändern zu müssen.
Warum das Material bei einer Heizungsdüse so wichtig ist
Bei einem Bauteil, durch das warme Luft strömt, sollte man sich natürlich auch Gedanken über das verwendete Material machen. Im 3D-Druck wird häufig PLA eingesetzt. Das lässt sich gut verarbeiten und ist für viele Anwendungen völlig ausreichend. In der Nähe einer Heizung sehe ich PLA allerdings kritisch. Je nach Material beginnt es bereits bei Temperaturen um 55 °C, unter Belastung seine Formstabilität zu verlieren. Für eine Heizungsdüse wäre mir das zu wenig Reserve. Deshalb habe ich meine ersten Düsen aus PETG hergestellt. Dieses Material ist temperaturbeständiger und wird auch bei vielen anderen Campingprodukten aus meiner Werkstatt eingesetzt.
Mit den PETG-Düsen habe ich bislang keine Reklamationen wegen Verformungen erhalten.
Trotzdem habe ich mich entschieden, noch einen Schritt weiterzugehen.
Warum ich inzwischen ASA verwende
Auch wenn es bisher keine Probleme gab, wollte ich bei der Temperaturbeständigkeit etwas mehr Spielraum haben. Deshalb fertige ich die Heizungsdüsen inzwischen aus ASA. ASA ist ebenfalls ein Kunststoff, der sich im 3D-Druck verarbeiten lässt. Gegenüber vielen gängigen PETG-Sorten bietet er eine höhere Wärmeformbeständigkeit. Je nach Hersteller und Materialtyp liegen entsprechende Kennwerte ungefähr im Bereich von 80 bis 100 °C. Für mich ist das ein zusätzlicher Sicherheitsabstand gegenüber dem bisher verwendeten Material.
Außerdem kommt es mir darauf an, dass die Düse auch im Campingalltag einiges aushält. Schließlich kann es schnell passieren, dass man beim Einräumen oder beim Vorbeigehen versehentlich gegen einen Luftauslass stößt.
Wichtig ist allerdings: Die Temperaturangaben eines Kunststoffs sind keine Garantie dafür, dass ein gedrucktes Bauteil bei dieser Temperatur dauerhaft formstabil bleibt. Das hängt auch von der Belastung und der Konstruktion ab.
Deshalb ist es wichtig, die tatsächlichen Temperaturen an der jeweiligen Einbaustelle zu berücksichtigen.
Und wie heiß wird die Luft eigentlich?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Temperatur hängt unter anderem vom Heizungsmodell, der eingestellten Heizleistung, der Länge der Warmluftleitungen und der Einbausituation ab. Direkt am Heizgerät kann die Luft ziemlich heiß sein. Auf dem Weg durch die Schläuche bis zu den Ausströmern kann sie bereits einen Teil ihrer Wärme abgeben. Wie viel davon am jeweiligen Luftauslass noch ankommt, ist von Fahrzeug zu Fahrzeug unterschiedlich.
Gerade deshalb sollte man eine Heizungsdüse nicht nur nach ihrem Aussehen beurteilen, sondern auch danach, ob sie für die thermische Belastung an der vorgesehenen Stelle geeignet ist.
Was die neuen Düsen können – und was nicht
Mir ist wichtig, bei meinen Produkten keine Eigenschaften zu versprechen, die sie nicht erfüllen können. Meine Warmluftdüsen erzeugen natürlich keine zusätzliche Heizleistung. Sie ändern lediglich die Richtung, in die die vorhandene warme Luft strömt. Dadurch lässt sich die Wärme an bestimmten Stellen gezielter verteilen. Das kann helfen, den Komfort im Wohnwagen oder Wohnmobil zu verbessern, beispielsweise wenn man den Luftstrom eher in Richtung Fußraum lenken möchte. Die Düsen ersetzen aber keine vernünftige Heizungs- und Warmluftverteilung. Auch dürfen durch ihren Einsatz keine notwendigen Luftwege blockiert oder unzulässig eingeschränkt werden.
Kleine Teile, die den Campingalltag angenehmer machen
Was mir an solchen Entwicklungen besonders gefällt, ist, dass es oft gar keine komplizierte Technik braucht. Manchmal reicht eine andere Form oder ein geänderter Winkel, um eine vorhandene Funktion praktischer zu machen. Genau darum geht es mir in meiner kleinen Manufaktur. Ich möchte Dinge entwickeln, die im Alltag wirklich einen Nutzen haben. Und weil ich selbst Camper bin, kann ich viele dieser Ideen aus eigener Erfahrung nachvollziehen. Die Heizungsdüsen sind ein schönes Beispiel dafür, wie sich mit etwas Überlegung, einer CAD-Zeichnung und dem 3D-Drucker eine praktische Lösung umsetzen lässt. Dass ich dabei inzwischen von PETG auf ASA umgestiegen bin, gehört für mich ganz selbstverständlich zur Weiterentwicklung eines Produkts. Denn auch wenn etwas bereits funktioniert, kann man es manchmal noch ein bisschen besser machen.
Mein Fazit
Eine gut funktionierende Heizung gehört für mich zu einem gemütlichen Campingurlaub in der kühleren Jahreszeit einfach dazu. Wenn sich die vorhandene Warmluft dann noch etwas gezielter verteilen lässt, kann das den Aufenthalt im Wohnwagen oder Wohnmobil angenehmer machen. Genau dafür habe ich meine beiden Warmluftdüsen entwickelt. Beide Ausführungen entstehen in meiner eigenen Werkstatt im 3D-Druckverfahren und werden inzwischen aus ASA gefertigt. Und wie bei meinen anderen Produkten gilt auch hier: Wenn sich im praktischen Einsatz zeigt, dass etwas verbessert werden kann, beschäftige ich mich damit.
Denn am Ende sollen die Teile nicht nur auf einem Foto gut aussehen, sondern im Camper ihren Zweck erfüllen.
Die beiden Heizungsdüsen findest du in meinem Shop auf Warmluftdüsen
Hinweis: Die beschriebenen Heizungsdüsen sind eigenständig entwickelte Zubehörteile und keine Originalteile des Heizungsherstellers. Vor der Verwendung müssen Passform, Temperaturbelastung und die Vorgaben des Heizungsherstellers geprüft werden. Der erforderliche Luftdurchsatz darf nicht beeinträchtigt werden.
Bildhinweis: Die Produktaufnahmen wurden digital optimiert.
Inhalt & KI-Transparenz: Idee, Entwicklung und fachliche Inhalte stammen von Marc Greitsch. Der Text wurde mit Unterstützung von KI redaktionell aufbereitet und sprachlich optimiert.
Kommentar hinzufügen
Kommentare